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Enttäuschende US-Daten stützen Euro

Ausgabe vom 18.11.2019 8:05 Uhr

US-Industrie startet schwach in das 4. Quartal

Die US-Industrieproduktion enttäuschte im Oktober mit einem Rückgang um 0,8 % gg. Vm. (Konsens: -0,4 %) auf der Unterseite. Dies drückte die Jahresrate auf 1,1 % und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2016. Eine wirkliche Trendwende zeichnet sich mit Blick auf die weiter schlechte Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe der USA nicht ab (Grafik 1). Währenddessen legten die Einzelhandelsumsätze zum Start des 4. Quartal um 0,3 % gg. Vm. zu und lagen damit mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen. Die US-Konsumenten dürften auch in den kommenden Monaten getrieben durch eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit die Stütze der US-Konjunktur bleiben. Die starken Zuwachsraten des 3. Quartals (2,9 % ann.) dürften in den letzten drei Monaten 2019 aber nicht verteidigt werden.

Marktreaktion: ► Der Euro setzte sich in dem beschriebenen Umfeld im Vergleich zum US-Dollar am Freitag aus dem Bereich von 1,10 USD nach oben ab. Um weiteres Aufwärtspotential zu generieren, müsste der Euro das jüngste Zwischentief bei rund 1,108 USD überwinden.

Was bringt die neue Woche?

Die Woche startet eher ruhig, nimmt dann im Wochenverlauf aber an Fahrt auf. Besondere Aufmerksamkeit dürfte am Mittwochmorgen der Sitzung der chinesischen Notenbank (PBoC) gelten. Während sich die Kapitalmarkteilnehmer derzeit eher auf die Annäherung zwischen Festlandchina und den USA im Handelskonflikt fokussieren, hatten die zuletzt veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen im Oktober enttäuscht. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einer Reduzierung des Leitzinses der PBoC von 4,2 % auf 4,15 %. Heute Morgen hatte die PBoC bereits den Satz für 7-tägige Repogeschäfte von 2,55 % auf 2,5 % angepasst. Die am Mittwoch bzw. Donnerstag anstehenden Protokolle der letzten Fed- bzw. EZB-Sitzung dürften tiefere Einblicke in die Überlegungen der Währungshüter geben. Da die Fed auf ihrer letzten Sitzung den Leitzins reduziert hatte, sollte besonders diese Veröffentlichung im Mittelpunkt stehen, zumal die Währungshüter signalisiert hatten, die Geldpolitik nach drei Zinssenkungen in diesem Jahr zunächst nicht weiter senken zu wollen.

Marktreaktion: ► An den Kapitalmärkten wurde letzte Woche der Trend hin zu steigenden Renditen zumindest temporär gestoppt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen gab wieder in den Bereich von 1,8 % nach und auch Bundesanleihen fielen wieder unter -0,3 % zurück.

Und sonst?

  • Thailand: Schlechter als erwartete BIP-Zahlen in Thailand haben verhindert, dass der US-Dollar gegenüber der Landeswährung Baht unter die wichtige Marke von 30,15 THB gefallen ist. Die heute vorgelegten Daten weisen für das Königreich im 3. Quartal ein BIP-Plus von 2,4 % im Vergleich zum Vorjahr aus. Prognostiziert wurde zuvor ein höherer Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,7 %, das vor allem ein schwacher Außenbeitrag und zurückhaltender Privatkonsum verhinderten. Bis Ende des laufenden Jahres sollten sich die wirtschaftspolitischen Maßnahmen positiv auswirken. Insgesamt ist 2020 ein Wirtschaftswachstum von 2,8 % zu erwarten.
  • USA: Die US-Börsen legten zum Ende der letzten Woche weiter zu. So verzeichnete der S&P 500 mit rund 3.120 Punkten ein neues Allzeithoch. Unter anderem dürfte der Aktienmarkt weiter durch Hoffnungen auf einen Handelsvertrag zwischen den USA und Festlandchina getrieben werden.

Legende (Marktreaktion): ► = gering, ►► = hoch, ►►► = sehr hoch

 

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