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Ausgabe vom 26.05.2017 8:19 Uhr

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Wichtige Daten und Ereignisse - Tag: 26.05.2017

Region HSBC Konsens Letzter Wert
         

Quelle: HSBC, Bloomberg
Bedeutung für die europäischen Finanzmärkte: * moderat ** hoch *** sehr hoch

USA: Ruhiger Brückentag

Am heutigen Brückentag stehen lediglich einige wenige Daten aus den USA zur Veröffentlichung an. Am interessantesten dürfte dabei die Entwicklung der Auftragseingänge langlebiger Güter sein. Das von uns erwartete Minus von 1,5 % gg. Vm. ist allerdings vor allem auf ein Orderminus im Flugzeugsektor zurückzuführen, das die Schwäche überzeichnet. Ohne den Transportsektor sollte ein kleines Auftragsplus von 0,5 % im Monatsvergleich erzielt worden sein, was in einem besseren Einklang mit den zumindest soliden Vorlaufindikatoren wie den nationalen bzw. regionalen Einkaufsmanagerindizes steht. Beim US-BIP rechnen wir mit einer leichten Anpassung des Wachstums im 1. Quartal von 0,7 % auf 0,9 % ann. nach oben, da es sich lediglich um eine Revision handelt, dürfte sich der zusätzliche Erkenntnisgewinn aber in Grenzen halten.

FED: Nächste Zinserhöhung und Bilanzverkürzung rücken näher

Das Protokoll der Mai-Sitzung der US-Notenbank verdeutlicht, dass im Juni mit einer weiteren Leitzinserhöhung der US-Notenbank um 25 BP zu rechnen ist. So führten die Währungshüter aus, dass bei ausbleibenden negativen Überraschungen schon bald der Zeitpunkt für eine weitere geldpolitische Verschärfung gegeben sei. Wann hingegen danach mit Leitzinserhöhungen gerechnet werden kann, ist indes unsicherer geworden. Die bereits auf der vorherigen Sitzung angedeutete Reduzierung der Bilanzsumme der Fed nimmt konkretere Formen an. So sei es angemessen, die Wertpapierbestände im Verlauf dieses Jahres zu reduzieren. Möglicherweise erfolgt eine entsprechende Bekanntgabe auf der Sitzung am 19./ 20. September und die Fed würde dann im Oktober beginnen, einen Teil der auslaufenden Anleihen nicht zu reinvestieren. Details über das Vorgehen fehlen zwar noch, die Fed scheint aber zu planen, Obergrenze einzuführen, die die Summe der Anleihen je Monat limitiert, die nicht reinvestiert werden. Dabei wollen die Währungshüter mit einer geringen Summe starten - denkbar ist ein Volumen im Bereich von 2 bis 5 Mrd. USD -, die dann schrittweise nach oben angepasst wird. Die Geschwindigkeit der Ausweitung dürfte wohl von den Reaktionen an den Kapitalmärkten abhängen. Auch das weitere Vorgehen bei den Leitzinsanhebungen dürfte stark davon getrieben sein, wie Kapitalmärkte und Konjunktur auf die Bilanzverkürzung reagieren. An den Devisenmärkten führte das Sitzungsprotokoll zu keinen großen Bewegungen. Nach dem scharfen Anstieg scheint der Euro zum US-Dollar in einer Konsolidierungsphase im Bereich von 1,12 USD übergegangen zu sein.

EZB sieht Besserungen bei konjunktureller Entwicklung

In der Eurozone äußerten sich am Mittwoch gleich mehrere Währungshüter zu Wort, darunter der Chefvolkswirt Peter Praet. Praet zeigte sich durchaus zufrieden mit der aktuellen konjunkturellen Entwicklung und sieht Anzeichen für eine stärkere globale Erholung sowie Zunahme des internationalen Handels - ein Umstand, der in die im Juni überarbeiteten EZB-Projektionen mit einfließen dürfte. Gleichzeitig betonte Praet aber auch, dass der Preisdruck aufgrund des mangelnden Lohnwachstums in der Eurozone verhalten ist. EZB-Vizepräsident Vitor Constâncio führte ebenfalls die verbesserte wirtschaftliche Ausgangslage ins Feld, mahnte aber ebenfalls an, den geldpolitischen Stimulus nicht zu früh zurückzufahren. Wir rechnen ebenfalls damit, dass es die EZB langsam angehen wird und ihr Anleihenkaufprogramm erst im 1. Quartal 2018 weiter zurückfahren wird. Entsprechende Diskussionen dürften in den kommenden Wochen aber deutlich zunehmen. Besonders die deutsche Konjunktur befindet sich in einer guten Verfassung. So zog das GfK-Konsumklima für den Juli mit 10,4 Punkten auf den höchsten Wert seit 2001 an. Im Vergleich zur ersten Schätzung wurde das Wirtschaftswachstum in Großbritannien im 1. Quartal von 0,3 % auf 0,2 % gg. Vq. nach unten revidiert. Besonders der Konsum und der Nettoaußenbeitrag bremsten die Wirtschaftsleistung, während sich die Investitionen stützend auswirkten. Für das 2. Quartal zeichnet sich mit Blick auf die soliden Vorlaufindikatoren aber eine Beschleunigung des Wachstums ab. Der Euro legte in diesem Umfeld zum britischen Pfund zu und nähert sich dem zyklischen Hoch von Mitte März bei knapp unter 0,88 GBP an.

Devisenmärkte in Asien beenden die Woche uneinheitlich

An den Devisenmärkten in Asien hat der US-Dollar gegenüber vielen der dortigen Landes-währungen erneut an Boden verloren. Insgesamt blieb die Kursentwicklung dennoch uneinheitlich. Bereits gestern verzeichnete der chinesische Renminbi Yuan Kursgewinne. Auffällig hoch waren dabei besonders die Order kurzfristig orientierter Marktteilnehmer. Heute Morgen tendierte die amerikanische Währung trotz des jüngsten Terroranschlages in Jakarta im Austauschverhältnis zur indonesischen Rupiah niedriger. Von Gegenbewegungen geprägt blieb die Tendenz indes beim koreanischen Won. Gestern hatte der Dollar bis auf 1.116 KRW nachgegeben, bevor heimische Importeure die Niveaus zur vermehrten Deckung ihrer Devisenverbindlichkeiten nutzten. Die jüngsten Kursverluste der weltweiten Ölpreise haben die Währung heute wieder etwas unterstützt.

Bund-Future: Ruhiger Wochenausklang

Der Bund-Future pendelte während der vergangenen Tage im Bereich von 161 seitwärts. Bei ausbleibenden gewichtigen fundamentalen Daten dürfte sich daran heute wenig ändern.

Technische Analyse

Stoxx Europe 600 (Monatschart): Der ultimative Deckel

Den Bruch des Korrekturtrends seit Sommer 2015 sowie die erfolgreiche Bodenbildung bei gut 350 Punkten haben sich als der erwartete Katalysator für den Stoxx Europe 600 herauskristallisiert. Mit dem jüngsten Verlaufshoch (397 Punkte) haben die europäischen Standardwerte nun die "ultimative Widerstandszone" erreicht. Schließlich gelang es dem Aktienbarometer weder in den Jahren 2000 und 2007 noch 2015 die Hürde bei 400 Punkten nachhaltig zu überspringen. Mit anderen Worten: Zwischen 401 und 415 Punkten wartet die ultimative Widerstandszone auf die Aktienmarktbullen (siehe Chart). Da der MACD unverändert "long" positioniert ist, erwarten wir in den nächsten Monaten einen echten Test der angeführten Barrieren. Trotz des intakten Aufwärtstrends seit Herbst 2011 (akt. bei 319 Punkten) wird ein Sprung über die angeführten Hürden alles andere als ein Selbstläufer. Gelingt allerdings der Befreiungsschlag, wäre die Tragweite umso größer: Schließlich wäre dann sogar die Schiebezone der letzten 20 Jahre beendet, was im Umkehrschluss nochmals für ein neues prozyklisches Einstiegssignal sorgen würde.

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