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Kapitalmarktausblick

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Ausgabe vom 20.01.2017 11:39 Uhr

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Wichtige Daten und Ereignisse - Woche: 23.01.-27.01.2017

Tag Region Art des Termins HSBC Konsens Vorperiode
Montag EUR Draghi-Rede in Torino, Italien      
Dienstag FR PMI Verarb. Gewerbe, Jan. (09.00) 53,5 - 53,5
    PMI Dienstleistungen, Jan. (09.00) 53,2 - 52,9
  DE PMI Verarb. Gewerbe, Jan. (09.30) 55,8 55,45 55,6
    PMI Dienstleistungen, Jan. (09.30) 54,8 54,5 54,3
  EUR PMI Verarb. Gewerbe, Jan. (10.00) 54,3 54,8 54,9
    PMI Dienstleistungen, Jan. (10.00) 53,4 53,8 53,7
    Dijsselbloem-Rede auf Brexit-Konferenz      
  GB Entscheidung des Supreme Courts zu Art. 50      
  US Verkauf bestehender Häuser, Dez. (16.00) 5,47 Mio. (ann.) 5,54 Mio. (ann.) 5,61 Mio. (ann.)
Mittwoch DE ifo Geschäftsklima, Jan. (10.00) 111,1 111 111
    ifo Lagebeurteilung, Jan (10.00) 116,9 116,8 116,6
    ifo Erwartungen, Jan. (10.00) 105,6 105,7 105,6
    Weidmann-Rede in Wiesbaden      
Donnerstag DE GfK Konsumentenvertrauen, Feb. (08.00) 9,9 9,9 9,9
  EUR Treffen der Eurogruppe      
  GB BIP, 4. Quartal 2016 (10.30) 0,5 % gg. Vq. 0,5 % gg. Vq. 0,6 % gg. Vq.
  US Neubauverkäufe, Dez. (16.00) 570.000 (ann.) 588.000 (ann.) 592.000 (ann)
Freitag JP Konsumentenpreise, Dez. (00.30) 0,2 % gg. Vj. 0,2 % gg. Vj. 0,5 % gg. Vj.
  EUR Geldmenge M3, Dez. (10.00) 4,7 % gg. Vj. 4,8 % gg. Vj.% 2,1 % (ann.) 4,8 % gg. Vj.
  US BIP, 4. Quartal 2016 (14.30) 2,2 % (ann.) 3,0 % gg. Vm. 3,5 % (ann.)
    Auftragseingänge langl. Güter, Dez. (14.30) 2,3 % gg. Vm. 0,5 % gg. Vm. -4,5 % gg. Vm.
    ohne Transport, Dez. (14.30) 0,5 % gg. Vm.   0,6 % gg. Vm.

Quelle: HSBC, Bloomberg

Der nächste Schritt zum Brexit

Fernab der regelmäßig erscheinenden Konjunkturdaten versprechen in der kommenden Woche auch einige gesonderte Ereignisse neue Einblicke zu geben. So dürfte unter anderem der "Brexit" als Thema dominieren. Schließlich könnte die am Dienstag auf einer Konferenz zu diesem Thema stattfindende Rede von Jeroen Dijsselbloem, dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe, neue Einblicke über die Haltung der Euroländer zum britischen EU-Austritt geben. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos deutete Dijsselbloem lediglich an, dass Großbritannien die Komplexität von im Austrittsfall zu erzielenden Handelsabkommen unterschätzt. Etwas mehr Klarheit über den Prozess des Endes der britischen EU-Mitgliedschaft dürfte am Dienstag zudem die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Großbritannien bringen. Das Gericht entscheidet, ob die britische Regierung die Zustimmung des Parlaments benötigt, um das Austrittsgesuch nach Artikel 50 zu stellen. Insgesamt dürfte aber der von Premierministerin Theresa May vorgestellte Zeitplan, der die entsprechende Antragstellung im März vorsieht, zunächst weiter Gültigkeit behalten. Mit dem Brexit vor Augen und dem heute auch offiziell ins Amt eingeführten neuen US-Präsidenten Donald Trump, der sich in seinen Reden nicht als Freund des Freihandels präsentierte, wandert das globale Augenmerk zunehmend auf die Auswirkungen eines erhöhten Protektionismus. In diesem Zusammenhang könnte auch die Rede der EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Dienstag in Brüssel mit Interesse verfolgt werden, die sich zum Handel der EU äußert. Auch seitens der Geldpolitik kommen in der neuen Woche einige Vertreter zu Wort. Am spannendsten werden hier wohl die Reden von EZB-Präsident Mario Draghi am Montag und von Bundesbankpräsident Jens Weidmann am Mittwoch in Wiesbaden werden. Nachdem gerade erst am Donnerstag der geldpolitische Kurs in der Eurozone erwartungsgemäß unverändert belassen wurde und Draghi trotz der zuletzt deutlich angezogenen Inflation keine Andeutungen machte, perspektivisch das Volumen des Ankaufprogramms noch weiter herunterzufahren, wird sich der Erkenntnisgewinn der anstehenden Reden aber wahrscheinlich in Grenzen halten. Wir glauben, dass die EZB frühestens zum Ende des Jahres ein mögliches Tapering diskutieren wird, auch um dem zumindest langsam steigenden Preisdruck in Deutschland (Grafik 1) gerecht zu werden. Die Inflation selbst hat sich im Dezember mit 1,7 % in der Jahresrate seit dem Vormonat mehr als verdoppelt. Mit Blick auf die exzellente Situation am deutschen Arbeitsmarkt, dem Anstieg des Mindestlohns um 4 % auf 8,84 EUR per Januar und der anziehenden Preisentwicklung wird das Lohnwachstum in Deutschland im Jahresverlauf voraussichtlich anziehen und den privaten Konsum entsprechend stützen. Die in der kommenden Woche zur Veröffentlichung anstehenden Sentimentindikatoren für die deutsche Konjunktur dürften den guten Gesamteindruck zu Jahresbeginn bestätigen. Das ifo Geschäftsklima sollte sich zu Jahresbeginn zwar nur moderat auf 111,1 Punkte verbessert haben, insgesamt aber fast drei bis vier Punkte höher liegen als vor einem Jahr. Und auch die Einkaufsmanagerindizes sollten sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Verarbeitenden Gewerbe auf ein deutliches Anziehen der Wirtschaftsaktivität hindeuten.

Ausblick auf Renten- und Devisenmärkte

Die EZB-Sitzung lieferte für das Währungspaar EUR/USD nur bedingt Impulse. Der Euro hält sich weiter oberhalb von 1,06 USD, muss für eine zusätzliche Aufwärtsdynamik aber die Hindernisse bei rund 1,08 USD herausnehmen. Der Bund-Future ist zuletzt an der Eroberung der 200-Tages-Linie (akt. bei 164,30) gescheitert, die in den vergangenen Tagen etablierte Schwäche droht zunächst anzuhalten.

Primärmarktausblick

Für die kommende Woche haben bisher erst drei Staaten der Eurozone Emissionen und Aufstockungen im Gesamtvolumen von nur rund 8 Mrd. EUR angekündigt. Dem stehen keine Rückzahlungen gegenüber. Den Anfang macht am Dienstag die holländische DSTA mit der Aufstockung einer 5-jährigen DSL um bis zu 3 Mrd. EUR. Am Mittwoch folgt die deutsche Finanzagentur und erhöht den Umlauf der 2046 fälligen Bundesanleihe um 1 Mrd. EUR. Donnerstag schließlich stockt Italien neben dem im Dezember 2018 fälligen Zero noch inflationsindexierte Anleihen auf. Details zu den betroffenen Bonds werden - zusammen mit den Zielvolumina - am Montagabend bekanntgegeben. Am Geldmarkt bringen es Italien, Frankreich und Spanien zusammen auf rund 17 Mrd. EUR. Dem stehen Rückzahlungen in Höhe von 9 Mrd. EUR gegenüber.

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