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Kapitalmarktausblick

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Ausgabe vom 21.07.2017 11:52 Uhr

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Wichtige Daten und Ereignisse - Woche: 24.07.-28.07.2017

Tag Region Art des Termins HSBC Konsens Vorperiode
Montag FR PMI Verarbeitendes Gewerbe, Juli (09.00) 55,3   54,8
    PMI Dienstleistungen, Juli (09.00) 56,5   56,9
  DE PMI Verarbeitendes Gewerbe, Juli (09.30) 59,4 59,3 59,6
    PMI Dienstleistungen, Juli (09.30) 54,2 54,3 54
  EUR PMI Verarbeitendes Gewerbe, Juli (10.00) 57,7 57,2 57,4
    PMI Dienstleistungen, Juli (10.00) 55,2 55,6 55,4
  US Verkauf best. Häuser, Juni (16.00) 5,58 Mio. (ann.) 5,54 Mio. (ann.) 5,62 Mio. (ann.)
Dienstag DE ifo Geschäftsklima, Juli (10.00) 114,9 114,9 115,1
    ifo Lagebeurteilung, Juli (10.00) 124,1 123,8 124,1
    ifo Erwartungen, Juli (10.00) 106,3 106,5 106,8
  US Konsumentenvertrauen, Juli (16.00) 115,0 116,0 118,9
Mittwoch GB BIP, 2. Quartal (10.30) 0,2 % gg. Vq. 0,3 % gg. Vq. 0,2 % gg. Vq.
  US Neubauverkäufe, Juni (16.00) 620.000 (ann.) 616.000 (ann.) 610.000 (ann.)
    FOMC Zinsentscheidung (20.00) 1,00-1,25 % 1,00-1,25 % 1,00-1,25 %
Donnerstag DE GfK Konsumentenvertrauen, Aug. (08.00) 10,6 10,6 10,6
  US Auftragseingang langleb. Güter, Juni (14.30) 1,8 % gg. Vm. 2,7 % gg. Vm. -0,8 % gg. Vm.
Freitag JP Konsumentenpreise, Juni (01.30) 0,3 % gg. Vj. 0,4 % gg. Vj. 0,4 % gg. Vj.
  FR BIP, 2. Quartal (07.30) 0,4 % gg. Vq. 0,5 % gg. Vq. 0,5 % gg. Vq.
  DE Konsumentenpreise, Juli (14.00) 1,5 % gg. Vj. 1,6 % gg. Vj. 1,6 % gg. Vj.
  US BIP, 2. Quartal (14.30) 2,8 % (ann.) 2,6 % (ann.) 1,4 % (ann.)

Quelle: HSBC, Bloomberg

USA: Kommt die Fed der Bilanzkürzung näher?

Notenbankentscheidungen, Wachstumszahlen und Vorlaufindikatoren: Die kommende Woche bietet alles, was im konjunkturellen Veröffentlichungszyklus Rang und Namen hat. Ein Highlight ist dabei die geldpolitische Entscheidung der Fed in den USA. Dabei sollten die Währungshüter den Leitzins in diesem Monat jedoch unverändert bei 1,00-1,25 % belassen. Der nächste Zinsschritt um 25 BP dürfte u. E. erst im Dezember erfolgen. Augenmerk wird dagegen vor allem auf dem Wortlaut der mitveröffentlichten Pressmeldung liegen. Wir können uns vorstellen, dass die Fed hier einen "relativ baldigen" Beginn der Bilanznormalisierung in Aussicht stellt. Noch im Juni dominierte die vorsichtigere Formulierung, dass entsprechende Schritte "in diesem Jahr" eingeleitet werden. Durch die Umformulierung würden die Währungshüter den Weg für eine Bilanzabschmelzung ab Oktober ebnen. Die Konjunkturdaten dürften die Fed auf ihrem geldpolitischen Normalisierungspfad bestätigen. Das US-BIP konnte im 2. Quartal wohl deutlich zulegen, wir rechnen mit einer annualisierten Rate von 2,8 % nach deutlich moderateren 1,4 % ann. Wachstum zu Jahresbeginn. Im 2. Quartal war es wohl vor allem der private Konsum, der dank der guten Arbeitsmarktsituation für zusätzliche Aufwärtsdynamik gesorgt hat. Im Gesamtjahr ist es dann wohl vor allem eine steigende Investitionstätigkeit, die wieder für mehr Druck im Konjunkturkessel sorgen sollte. BIP-Zahlen für das 2. Quartal kommen in der kommenden Woche auch aus Großbritannien und aus Frankreich auf den Tisch. In Großbritannien dürften die vielversprechenden Vorlaufindikatoren zu Quartalsbeginn überzogen gewesen sein, wir rechnen mit einer zum 1. Quartal unveränderten Wachstumsdynamik von 0,2 %gg. Vq. Mehr Luft für positive Überraschungen bietet dagegen die französische Konjunktur. Wir rechnen mit einem Quartalsplus von 0,4 %, sehen mit Blick auf die guten Sentimentwerte und dem an breite gewinnenden Aufschwung in der gesamten Eurozone aber leichte Aufwärtsrisiken für unsere Prognose. In der Eurozone verbessert sich dabei insbesondere die Ausgangslage der Industrie. Im Juni zog der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) mit 57,4 Punkten auf den höchsten Stand seit 74 Monaten an, zudem scheint sich die gute Stimmung zunehmend auch in den harten Daten wiederfinden zu lassen. Wir glauben, dass sich der PMI im Verarbeitenden Gewerbe im Juli weiter verbessert haben könnte (Prognose: 57,7 Punkte), in den kommenden Monaten dürften die Unternehmen im gemeinsamen Währungsraum aber die Auswirkungen der Euro-Aufwertung zu spüren bekommen. Das gilt auch für die deutschen Unternehmen. Der entsprechende PMI dürfte vor diesem Hintergrund bereits im Juli leicht von 59,6 auf 59,4 Punkte nachgeben. Aber keine Frage: Der Indexstand lässt damit nach wie vor keine Zweifel an der insgesamt guten konjunkturellen Situation in Deutschland aufkommen. Die von uns erwarteten Werte für das ifo Geschäftsklima dürften diesen Eindruck insgesamt bestätigen. Der erstarkte Euro dürfte zwar zu einem niedrigeren Wert von 114,9 Punkten im Juli führen, aber damit immer noch in Schlagdistanz zum im Vormonat erzielten Rekordbereich von 115,1 Punkten verbleiben.

Ausblick auf Renten- und Devisenmärkte

Bemerkenswert war in den vergangenen Tagen vor allem die Stärke des Euro zum US-Dollar. Die Einheitswährung konnte im Anschluss an die jüngste EZB-Sitzung, auf der sich die Währungshüter die Türen offengehalten haben, ihr QE-Programm in den kommenden Monaten zu reduzieren, auf rund 1,1650 USD anziehen. Der nächste Widerstand ist das Hoch vom August 2015 bei 1,1714 USD. Oberhalb dieser Marke wäre eine große Bodenbildung komplettiert, die für den Euro einen neuen Aufwärtsimpuls generieren dürfte. Die 10-jährige Bund-Rendite musste dagegen von rund 0,56 % auf 0,50 % nachgeben. Ein Rückfall unter den Bereich von einem halben Prozent droht weitere Renditerücksetzer bis in den Bereich von 0,25 % nach sich zu ziehen.

Primärmarktausblick

Saisonbedingt treten in der kommenden Woche nur zwei Staaten der Eurozone am Kapitalmarkt auf und teilen sich ein Emissionsvolumen von rund 13 Mrd. EUR. Denen stehen Rückzahlungen in Höhe von 21 Mrd. EUR gegenüber. Bereits am Montag stockt Belgien drei OLOs mit Fälligkeiten in den Jahren 2023, 2027 und 2047 auf. Am Mittwoch erhöht Italien den Umlauf unverzinslicher CTZs sowie von ILBs. Die Auktionsdetails werden am heutigen Freitagabend bekanntgegeben. Laut Quartalsvorschau legt das italienische Schatzamt am Freitag eine neue 10-jährige BTP auf. Wir rechnen darüber hinaus mit weiteren Aufstockungen konventioneller BTPs sowie variabel verzinslicher CCTeus. Die Auktionsdetails werden am Mittwoch veröffentlicht. Am Geldmarkt bringen es die Italien und Frankreich zusammen auf rund 12 Mrd. EUR. Denen stehen Fälligkeiten in Höhe von knapp 9 Mrd. EUR gegenüber.

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