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US-Notenbankchef steht Kongress Rede und Antwort

Am vergangenen Freitag (13.07.) hat die US-Notenbank ihren aktuellen "Monetary Policy Report" vorgestellt. Darin wird ausführlich skizziert, wie die Währungshüter die Lage der US-Wirtschaft einschätzen. Fed-Chef Jerome H. Powell wird diese Sichtweise heute in seinem halbjährlichen Testimony dem US-Kongress vortragen. Dabei ist davon auszugehen, dass der oberste US-Währungshüter dem Bankenausschuss des Senats (morgen: Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses) ein grundsätzlich konstruktives Bild zeichnet, das eine Fortsetzung des graduellen Zinserhöhungskurses rechtfertigt. Wir rechnen bis zum Sommer 2019 noch mit insgesamt vier Anhebungen der Fed Funds-Rate um 25 BP (September und Dezember 2018 sowie März und Juni 2019, Grafik 1).

Marktreaktion:
Generell ist mit einem positiven Ausblick für die US-Konjunktur durch Fed-Chef Powell zu rechnen. Die wirtschaftlichen Risiken, die durch die jüngste Verschärfung der internationalen Handelsspannungen für die Weltkonjunktur und die US-Wirtschaft entstehen, dürften in der Frage- und Antwortrunde thematisiert werden. Mit größeren Marktbewegungen rechnen wir indes nicht.

Bank of England vor Leitzinserhöhung im August

In den vergangenen Wochen haben sich die Währungshüter der Bank of England vergleichsweise "hawkish" zu den britischen Konjunkturperspektiven geäußert. Zudem votierte mit Chefvolkswirt Andy Haldane auf der letzten Zinssitzung am 21. Juni ein drittes Mitglied des neunköpfigen Monetary Policy Committee (MPC) für ein unmittelbares Anheben der Bank Rate um 25 BP. Mit Blick auf die Aufwärtsrevision der BIP-Daten für das 1. Quartal (von 0,1 % auf 0,2 % gg. Vq.), eine vermutlich höhere BIP-Dynamik im Zeitraum von April bis Juni und die soliden Daten vom Arbeitsmarkt rechnen wir nun mit einem einmaligen Zinserhöhungsschritt durch die Notenbank auf der nächsten Sitzung am 2. August. Darüber hinaus denken wir aber vor dem Hintergrund des insgesamt verminderten Wachstumsmomentums, der anhaltenden Unsicherheiten im "Brexit"-Prozess und eines nachlassenden Preisdrucks, dass es sich bei einem entsprechenden Beschluss nicht um den Beginn eines dynamischen Erhöhungstrends, sondern bis Ende 2019 nur um einen einmaligen Schritt handelt (Grafik 2).

Marktreaktion:
Der heutige Arbeitsmarktbericht erfährt vermutlich nicht die Aufmerksamkeit, um größere Marktbewegungen auszulösen. Im Hinblick auf die Zinserwartungen der Finanzmarktteilnehmer werden solide Daten aber die Einschätzung bestätigen, wonach im August eine Anhebung der Bank Rate ins Haus steht. Das dürfte dem britischen Pfund zugutekommen.

Und sonst?

  • USA: Im Juni sind die Einzelhandelsumsätze um 0,5 % gg. Vm. gestiegen. Das lag exakt im Rahmen der Markterwartungen. Aufgrund der deutlichen Aufwärtsrevision des Vormonatswerts (von +0,8 % auf 1,3 % gg. Vm.) ergibt sich insgesamt ein solides Bild für den US-Konsum. Etwas schwächer im Vergleich zum Vormonat fiel das Ergebnis für den Empire State-Index aus. Der Einkaufsmanagerindex für die Fed-Region New York gab im Juli um 2,4 auf 22,6 Indexpunkte nach, verbleibt aber klar im expansiven Bereich und lässt auf weitere Zuwächse im Industriesektor der Region hoffen.
  • Großbritannien: In einem weiteren Votum im britischen Unterhaus über das Zollgesetz (Customs Bill) konnte Premierministerin May eine Abstimmungsniederlage nur knapp verhindern. Dafür musste die Regierungschefin allerdings Zugeständnisse an die Hardliner in der Partei machen. So soll Großbritannien nur dann Zölle für die EU erheben, wenn dies die EU auch für Großbritannien tut. Heute stehen im "House of Commons" weitere Diskussionen und Abstimmungen zum Handelsgesetz (Trade Bill) auf der Agenda.
  • Neuseeland: Im 2. Quartal sind die Konsumentenpreise um 1,5 % gg. Vj. gestiegen. Die Jahresrate war damit zwar höher als noch im Jahresauftaktquartal (1,1 %), lag aber immer noch klar unter der mittelfristig angestrebten zentralen Zielmarke der Notenbank (RBNZ) von 2,0 %. Wir rechnen daher auch nicht vor der Jahresmitte 2019 mit einer ersten Leitzinserhöhung durch die RBNZ. Der neusseländische Dollar konnte dennoch zulegen, da eine Erhebung zur Kernrate ("sectoral factor model") mit 1,7 % den höchsten Stand seit 2011 auswies (1. Quartal: 1,6 %).
  • Vietnam: Nachdem der US-Dollar in den vergangenen Wochen auf den Rekordstand von 23.000 VND zum vietnamesischen Dong gestiegen ist, hat die Notenbank (SBV) Interventionen in Aussicht gestellt. Da die Zentralbank den Devisenkurs über ein amtliches Fixing steuert, richten sich derartige Äußerungen vor allem gegen Abwertungserwartungen. Die Währungshüter verfügen über Reserven im Gegenwert von rund 60 Mrd. USD, um den Dong-Kurs zu stabilisieren. Unsere Prognose per Ende 2018 haben wir von 25.880 VND auf 26.216 VND je EUR angepasst.

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