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ZEW Ergebnisse auf dem Rückzug

Seit Anfang 2018 befinden sich die Umfragesalden des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zur aktuellen Lagebeurteilung und den mittelfristigen Konjunkturerwartungen in Deutschland auf dem Rückzug (Grafik 1). Zwar haben sich die Erwartungen in diesem Jahr auf niedrigen Niveaus zuletzt stabilisiert, vor dem Hintergrund der schwachen Produktionszahlen vom April sowie der jüngsten Verschärfung in den internationalen Handelskonflikten dürften die befragten Finanzexperten im Berichtsmonat jedoch wieder skeptischer in die Zukunft geschaut haben. Wir rechnen daher im Juni sowohl bei der Einschätzungen zur aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen der ZEW Experten mit rückläufigen Ergebnissen, die insgesamt auf eine nur geringe Wachstumsdynamik im Jahresverlauf 2019 hindeuten.

Marktreaktion:
Die aktuell vorliegenden Konjunkturdaten für Deutschland lassen für 2019 nur ein moderates BIP-Plus erwarten. Die Sentimentindikatoren machen dabei wenig Hoffnung, dass sich diese Einschätzung zeitnah ändert. Schwächere ZEW Daten im Juni als allgemein sowieso schon erwartet könnten den Euro daher zum US-Dollar wieder unter die Marke von 1,12 USD treiben.

Inflation in der Eurozone sackt im Mai deutlich ab

Gemäß der Schnellschätzung der europäischen Statistikbehörde (Eurostat) hat sich die Inflation in der Eurozone im Mai wieder relativiert. War es im April aufgrund des späten Ostertermins und der gestiegenen Energiepreise noch zu einem Anstieg in der Jahresrate auf 1,7 % gekommen, fiel die Teuerung im Berichtsmonat auf nur noch 1,2 % und damit noch unter das Niveau vom März (1,4 %) zurück. Vor allem der Rückgang der Kernrate (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) von 1,3 % auf lediglich 0,8 % gg. Vj. (Grafik 2) dürfte der EZB aber Sorgen bereiten. So droht bei einer länger anhaltenden deutlichen Verfehlung des Inflationsziels ("Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe 2 % gegenüber dem Vorjahr auf mittlere Sicht") eine Anpassung der mittelfristigen Inflationserwartungen der Marktteilnehmer nach unten. Das würde den Handlungsdruck auf die Notenbank erhöhen, mit monetären Expansivmaßnahmen gegenzusteuern. Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sprach sich in diesem Zusammenhang am Wochenende in einem Zeitungsinterview für eine Überprüfung der geldpolitischen Strategie und mehr Flexibilität beim Inflationsziel in Form eines Korridors um die Marke von 2 % aus.

Marktreaktion:
Die endgültigen Inflationszahlen für Mai dürften die Ergebnisse der ersten Schätzung bestätigen. Größere Marktbewegungen sind nicht zu erwarten.

Und sonst?

  • Bundesbank: In ihrem aktuellen Monatsbericht geht die Notenbank davon aus, dass sich die schwache konjunkturelle Grundtendenz im Sommerhalbjahr 2019 fortsetzt. Das entspricht mit Blick auf die durch die internationalen Handelskonflikte getrübten Aussichten für Exporte und Investitionen auch unserer Einschätzung. Dabei wird für den Zeitraum von April bis Juni von den Währungshütern eine negative BIP-Quartalsveränderung unterstellt, bevor das reale BIP wieder leicht ansteigen dürfte. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet die Bundesbank trotz des soliden Zuwachses der Wirtschaftsleistung im 1. Quartal nur mit einem BIP-Plus von 0,6 % (HSBCe: 0,5 %).
  • USA: Der Empire State-Index verzeichnete im Juni den kräftigsten Rückgang im Vergleich zum Vormonat (-26,4 Punkte) seit dem Erhebungsbeginn im August 2001. Mit -8,6 Punkten (April: +17,8) fiel der Umfragesaldo nicht nur in den negativen Bereich, sondern auch auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2016. Mit der Veröffentlichung des ersten regionalen US-Einkaufsmanagerindex im aktuellen Berichtsmonat wird deutlich, dass die globalen Handelsstreitigkeiten offenbar auch erste negative Spuren in der US-Wirtschaft hinterlassen. Der US-Dollar musste nach den schwachen Daten zum Euro leicht Federn lassen.
  • Großbritannien: Am heutigen Dienstag geht die Suche nach einem neuen Parteivorsitzenden der "Conservative Party" in die nächste Runde. Dabei treten noch sechs Kandidaten an, die mindestens 33 der 313 Stimmen von den im Unterhaus sitzenden Parlamentarier der Partei benötigen, um weiter im Rennen zu bleiben. Erhalten alle Kandidaten die entsprechende Mindestzahl, scheidet pro Wahlgang derjenige mit den wenigsten Stimmen aus. Bis Donnerstag sollen so die beiden Kandidaten feststehen, aus denen die insgesamt gut 120.000 Parteimitglieder dann per Briefwahl bis Ende Juli den neuen Vorsitzenden auswählen.
  • Republik Korea: Der US-Dollar bewegt sich vor der FOMC-Sitzung in den USA gegenüber dem Won seitwärts (1.180-1.190 KRW). Mit Blick auf die gegenwärtigen Entwicklungen im Zollstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten werden Händler jedoch vermutlich generell zum Aufbau von USD-Longpositionen neigen. Dazu tragen auch erwartete Zinssenkungen der Bank of Korea bei. Jüngst hatte Notenbankchef Lee Juyeol geldpolitische Lockerungen in Reaktion auf die wachsenden Konjunkturrisiken angekündigt. Terminpreise nehmen aktuell Senkungen des Schlüsselzinses von aktuell 1,75 % bis Ende 2019 um 34 BP vorweg.

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Der/die Researchanalyst/en, der/die diese Studie erstellt hat/haben, bestätigt/bestätigen, dass die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen exakt die persönliche Meinung des/der Analysten zu dem/den betreffenden Wertpapier/en und Emittenten widerspiegeln und dass kein Teil seiner/ihrer Vergütung in direktem oder indirektem Zusammenhang mit bestimmten in dieser Studie enthaltenen Empfehlungen oder Ansichten stand oder stehen wird.

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