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Eurozone: Preisdynamik im April überrascht auf Unterseite

Die EZB muss sich offenbar weiter gedulden, bis sich überzeugende Anzeichen für einen dauerhaften Aufwärtstrend bei der Inflation in der Eurozone erkennen lassen. Gemäß der "forward guidance" der Notenbank ist dies aber die Voraussetzung dafür, die aktuell sehr lockere Geldpolitik zurückzuführen. Im April war die Jahresrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemäß der Schnellschätzung von Eurostat auf 1,2 % gefallen (März: 1,3 %). Bemerkenswert war aber vor allem der Rückgang der Kernrate (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) von 1,0 % auf nur noch 0,7 % (Grafik 1). Das zeigt, dass der zugrundeliegende Preisdruck nach wie vor nur sehr verhalten ausgeprägt ist. Selbst in Deutschland mit einem gut ausgelasteten Arbeitsmarkt, höheren Tarifabschlüssen und optimistisch gestimmten Verbrauchern liegt die Teuerung klar unterhalb von 2 % (HVPI im April: 1,4 %).

Marktreaktion:
Wir rechnen mit einer Bestätigung der Werte von der Schnellschätzung bei den heutigen Veröffentlichungen der endgültigen Zahlen und gehen davon aus, dass die EZB als Folge der weiterhin schwachen Inflation ihr Anleihenkaufprogramm noch einmal um drei Monate bis zum Jahresende 2018 verlängert. Mit einer größeren Reaktion an den Finanzmärkten auf die Daten rechnen wir nicht.

US-Industrieproduktion droht Momentumverlust

In den USA konnte die Industrieproduktion in den vergangenen zwei Jahren per Saldo spürbar gesteigert werden. Im Jahresvergleich ergaben sich zuletzt Zuwachsraten von rund 4 % (Grafik 2). Auch im April rechnen wir mit einem Monatsanstieg (HSBC-Prognose: +0,5 %). Die Sentimentdaten deuten indes darauf hin, dass der Höhepunkt im aktuellen Produktionszyklus zum Jahreswechsel 2017/18 überschritten wurde. Aufgrund der verbesserten Basis dürfte im Gesamtjahr 2018 dennoch ein deutlich höheres Produktionsplus erzielt werden als noch im Vorjahr. Wir rechnen im Schnitt mit einem Zuwachs von rund 4 % (2017: 1,6 %).

Marktreaktion:
Allgemein wird mit einem moderaten Monatsplus bei der Industrieproduktion im April gerechnet. Nur ein deutlich negativer Wert dürfte den Euro zum US-Dollar messbar stützen. Gestern fiel die Einheitswährung nach einem kurzen Zwischenhoch wieder spürbar zurück und verzeichnete heute im frühen asiatischen Handel mit Notierungen von nur noch gut 1,18 USD ein neues Jahrestief.

Und sonst?

  • Deutschland: Vor dem Hintergrund der Grippewelle im Frühjahr, der Streiks in der Metall- und Elektroindustrie sowie des kalten Winterwetters im Februar und März hat sich das BIP-Momentum im 1. Quartal 2018 deutlich abgeschwächt. So konnten die Wirtschaftsaktivitäten im Zeitraum von Januar bis März lediglich um 0,3 % gg. Vq. gesteigert werden (4. Quartal 2017: 0,6 %). Mit Blick auf die Vorlaufindikatoren scheint der Hochpunkt im aktuellen Konjunkturzyklus überschritten. Mit einem Einbruch der Konjunktur rechnen wir aber nicht. Darauf deutet u. a. die Stabilisierung beim ZEW-Finanzmarkttest im Mai. Gemäß der gestrigen Veröffentlichung bleiben die Konjunktur-erwartungen unverändert (-8,2 Punkte), während der Saldo für die aktuelle Lage auf hohem Niveau nur marginal (von 87,9 auf 87,4 Punkte) nachgab.
  • USA: Die Einzelhandelsumsätze im April sind im Rahmen der Erwartungen gestiegen (+0,3 % gg. Vm.). Der Vormonatswert wurde allerdings von 0,6 % auf 0,8 % nach oben revidiert, so dass die Daten per Saldo als solide eingestuft werden können. Positive Nachrichten gab es auch vom Sentiment in der Industrie. So zog der regionale Empire State-Index im Mai von 15,8 auf 20,1 Punkte an. Der NAHB-Hausmarkt-Index legte im Berichtsmonat zudem von revidiert 68 auf 70 Indexpunkte zu. Die Renditen 10-jähriger US-Treasuries zogen spürbar an und notieren aktuell mit deutlich über 3 % so hoch wie zuletzt im Juli 2011.
  • Japan: Die japanische Wirtschaft ist im 1. Quartal 2018 erstmals nach acht positiven Quartalszuwächsen in Folge (um 0,2 % gg. Vq.) gesunken. Zudem wurde das Vorquartalsergebnis von +0,4 % auf nur noch +0,1 % nach unten revidiert. Mit Blick auf das gleichzeitig nach wie vor schwache Inflationsumfeld dürfte die Bank of Japan ihren expansiven Kurs im weiteren Jahresverlauf 2018 beibehalten.
  • Argentinien: Die Zentralbank hat gestern erfolgreich fällige Schuldpapiere (Lebac) prolongiert. Dabei wurden Titel im Umfang von 616 Mrd. ARS mit Zinssätzen von 40 % in der Monatsfrist und 38 % für fünf Monate emittiert. Hinzu kamen neue Papiere im Umfang von 5 Mrd. ARS. Insgesamt signalisiert die Rückkehr der Nachfrage nach argentinischen Peso-Anleihen erste Stabilisierungstendenzen am Finanzplatz Argentinien.

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Der/die Researchanalyst/en, der/die diese Studie erstellt hat/haben, bestätigt/bestätigen, dass die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen exakt die persönliche Meinung des/der Analysten zu dem/den betreffenden Wertpapier/en und Emittenten widerspiegeln und dass kein Teil seiner/ihrer Vergütung in direktem oder indirektem Zusammenhang mit bestimmten in dieser Studie enthaltenen Empfehlungen oder Ansichten stand oder stehen wird.

Für Anleihen, die wir im Rahmen der Analyse untersuchen, verwenden wir einen Relative-Value-Ansatz. Dabei bewerten wir Anleihen anhand von Präferenzen und im Vergleich zu ihrer eigenen Historie. Unsere Handelsempfehlungen haben einen Performancehorizont von zwei bis sechs Monaten. Die Grundlagen unserer Anleihenbewertung sind unter https://research.hsbc.de erläutert. Die Grundlagen der Anleihenbewertung und die Anzahl der in den drei letzten Monaten abgegebenen Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Anleihen ist auf der Webseite https://research.hsbc.de/research/display/veroeffentlichungen/marktanalysen/marktkompass (rechts) aufgeführt.

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Diese Studie wurde von HSBC Trinkaus & Burkhardt AG ("HSBCâ€�) erstellt, sie dient ausschließlich der Information unserer Kunden. Falls der Empfänger dieser Studie ein Kunde eines mit HSBC verbundenen Unternehmens ist, unterliegt die Weiterleitung an den Empfänger den zwischen dem Empfänger und dem verbundenen Unternehmen geltenden Geschäftsbedingungen. Mit dieser Studie wird weder ein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung eines Anlagetitels unterbreitet. So weit nicht ausdrückliche Kauf-, Verkaufs- oder Halteempfehlungen ausgesprochen werden, stellen die hierin mitgeteilten Einschätzungen zu den Wertpapieren und sonstigen Titeln keine Anlageempfehlungen dar. Die von HSBC in dieser Studie gegebenen Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, jedoch keiner neutralen Prüfung unterzogen haben; HSBC übernimmt keine Gewähr und keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen. Die in dieser Studie vertretenen Meinungen stellen ausschließlich die Auffassungen der Research-Abteilung von HSBC dar und können sich jederzeit ändern; solche Meinungsänderungen müssen nicht publiziert werden.

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