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"Forward guidance" der US-Notenbank im Mittelpunkt

Die US-Notenbank dürfte heute das Zielband der Fed Funds-Rate um 25 BP auf 1,75-2,00 % anheben. Damit würde sich der Leitzins dem von den Federal Reserve beschriebenen neutralen Niveau von 2,75-3,00 % weiter annähern. Insofern dürfte an den Kapitalmärkten bezüglich der heutigen Zinsentscheidung des Federal Open Market Committee (FOMC) viel Aufmerksamkeit auf eine Anpassung der "forward guidance" liegen. So führten die Währungshüter zuletzt u. a. noch an, dass die geldpolitische Ausrichtung expansiv sei und der Leitzins noch auf absehbare Zeit unter seinem langfristigem Gleichgewichtsniveau verharren würde. Darüber hinaus liegt der Fokus auf einer Anpassung der Prognosen und hier besonders der sogenannten "plots". Die wahrscheinlichste Anpassung betrifft hier einer Anhebung der Median-Projektion auf insgesamt vier anstatt drei Erhöhungen der Fed Funds-Rate für das Gesamtjahr 2018 und damit noch zwei weiteren Zinsschritten nach dem heutigen sowie der Erhöhung vom März. Wir rechnen indes nur noch mit einem weiteren Schritt im September.

Marktreaktion:
Besonders Signale in Richtung einer Beschleunigung des geldpolitischen Normalisierungsprozesses im Vergleich zu den drei Leitzinserhöhungen von 2017 (Grafik 1) würden dem US-Dollar Rückenwind geben.

ZEW-Erwartungen mit deutlichem Rücksetzer

Die ZEW-Erwartungen für die Konjunkturentwicklung in Deutschland setzten ihren Abwärtstrend im Juni fort und fielen von -8,2 auf -16,1 Punkte (Konsens: -14,0) und damit den niedrigsten Stand seit September 2012. Auch die aktuelle Einschätzung gab deutlich nach (80,6 nach 87,4 Punkten). Allerdings ist das derzeitige Niveau im historischen Vergleich immer noch hoch. Die Umfrage unterstreicht, dass das Wachstumsmomentum in Deutschland sein zyklisches Hoch hinter sich gelassen hat. Die Ergebnisse sind aber nach wie vor kompatibel mit einem anhaltend positiven Wachstum der deutschen Wirtschaft (Grafik 2).

Marktreaktion:
Die Reaktionen an den Kapitalmärkten auf den neuerlichen Rückgang bei der ZEW-Umfrage hielten sich in Grenzen. Der Fokus der Marktteilnehmer dürfte bereits auf der heutigen Fed-Sitzung und der morgigen EZB-Sitzung gelegen haben.

Und sonst?

  • Großbritannien: Bei den Abstimmungen über die Änderungsanträge des Oberhauses zum EU-Austrittsgesetz konnte die konservative Regierung im Unterhaus eine Mehrheit hinter sich bringen und fünf dieser Anträge abwehren, darunter auch die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung des Parlaments beim abschließenden Votum über die mit der EU getroffenen Austrittsvereinbarungen und Übergangsregelungen. Offenbar wurde ein eigener Kompromissvorschlag der Regierung eingebracht, der zumindest Teile des ursprünglichen Änderungsvorschlags aufnimmt, so dass in den kommenden Tagen zunächst das Oberhaus und dann erneut das Unterhaus über das adjustierte EU-Austrittsgesetz befinden muss. Heute wird im Unterhaus über zehn weitere Änderungsanträge des Oberhauses zum EU-Austrittsgesetz abgestimmt.
  • Singapur: Beim historischen Treffen der beiden Staatschefs aus den USA und Nordkorea, Donald Trump und Kim Jong Un, wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, die u. a. eine vollständige nukleare Abrüstung der koreanischen Halbinsel vorsieht.
  • USA: Der Anstieg der Kerninflation in den USA von 2,1 % auf 2,2 % gg. Vj. im Mai lag im Rahmen der Erwartungen (allgemeine Rate: 2,8 % nach 2,5 %). Bisher fehlen in den USA Anzeichen dafür, dass es den Unternehmen gelingt, höhere Inputkosten nachhaltig auf die Konsumenten überzuwälzen.
  • Indien: Die gestrigen Preisdaten zeigten mit 4,9 % (Mai) nach 4,6 % (April) eine ansteigende Jahresrate, jedoch auf Höhe der Prognosen. Jüngst hatte die Zentralbank ihren Leitzins überraschend um 25 BP auf 6,25 % erhöht. Inzwischen nehmen die Terminprodukte weitere Zinsanhebungen um 50 BP vorweg. Ausgehend von der voraussichtlichen Konjunktur- und Inflationsdynamik scheint das übertrieben, weshalb wir nur einen weiteren Zinsschritt - wohl im Schlussquartal 2018 - um 25 BP auf 6,50 % erwarten. Insofern unterstellen wir fallende Renditen indischer Staatsanleihen.
  • Nigeria: Die heutigen Verbraucherpreise für Mai erwarten wir mit einer verminderten Jahresrate von 11,4 % (April: 12,5 %). In den kommenden Monaten rechnen wir mit einem weiter nachlassenden Preisdruck und Zinssenkungen bis Ende 2018 um 150 BP auf 12,50 %. Der Naira dürfte damit stabil um 360 NGN je USD notieren.

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