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ZEW Umfrage zeigt nur verhaltenen Optimismus

Die schwachen Konjunkturdaten der letzten Monate haben sich in Deutschland negativ auf die Stimmung von Unternehmen, Haushalten und Marktteilnehmern ausgewirkt. Dabei äußerten sich die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzmarktexperten zuletzt auch deutlich zurückhaltender bezüglich der aktuellen Lage, nachdem die Konjunkturerwartungen bereits im Jahresverlauf 2018 immer weiter zurückgeschraubt worden waren. Hier liegt der Saldowert seit April des vergangenen Jahres sogar im negativen Bereich liegt. Die Hoffnung auf einen Rebound der Produktion im Automobilsektor und eine Stabilisierung der gesamten Wirtschaftsleistung sollte im Februar einen moderaten Anstieg bei den Konjunkturerwartungen mit sich bringen. Die Lagebeurteilung dürfte hingegen aufgrund der jüngsten Auftragseingangs- und Produktionsdaten noch etwas schwächer ausfallen als noch zum Jahresbeginn. Zusammengenommen lassen die ZEW-Daten auf eine leicht positive BIP-Dynamik für 2019 schließen, ohne eine kräftige Aufwärtsbewegung anzuzeigen.

Marktreaktion:
Schwache Stimmungswerte reduzieren die Wahrscheinlichkeit für eine spürbare Belebung der Wachstumsdynamik, was die Markterwartungen hinsichtlich der künftigen EZB-Geldpolitik weniger "hawkish" ausfallen lässt. In diesem Umfeld dürfte ein enttäuschender ZEW Finanzmarktbericht den Euro belasten. Fällt dieser zum US-Dollar unter das Verlaufstief vom November 2018 bei gut 1,12 USD, rückt die psychologisch wichtige Marke von 1,10 USD ins Visier.

Arbeitsmarkt in Großbritannien (noch) intakt

Der Arbeitsmarkt in Großbritannien präsentiert sich bisher trotz der mit dem "Brexit"-Prozess verbundenen Unsicherheiten weiter robust. So ist die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf 2018 auf 4,0 % und damit auf den tiefsten Stand seit 1975 zurückgefallen. Zudem zog die Jahresrate der Lohnzuwächse zuletzt auf ein neues 10-Jahres-Hoch an (3,5 %). Diese Werte dürften auch im Dezember 2018 Bestand gehabt haben. Jedoch droht in den kommenden Monaten mit Blick auf das nachlassende BIP-Momentum auch eine schwächere Arbeitsmarktdynamik. Eine erste Indikation dafür könnte die Zahl der Stellenschaffungen im heutigen Arbeitsmarktbericht darstellen.

Marktreaktion:
Auch für den Fall eines geregelten EU-Austritts Großbritanniens am 29. März droht dem britischen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten eine Eintrübung der bisher konstruktiven Lage. Die Finanzmarktteilnehmer werden die heutigen Daten auf Hinweise in diese Richtung abklopfen. Für die größeren Kursbewegungen beim britischen Pfund werden indes auch in den kommenden Wochen die politischen Entwicklungen in Bezug auf den "Brexit"-Prozess sorgen.

Und sonst?

  • USA: Das US-Handelsministerium hat am späten Sonntag seinen Prüfbericht bezüglich der Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Autoimporte an das Präsidialbüro übermittelt. Auf Basis der unveröffentlichten Ergebnisse dieses Berichts hat der US-Präsident nun 90 Tage Zeit, um die Erhebung von Zusatzzöllen zu beschließen, sollte eine Gefahr von diesen Importen für die USA ausgehen. Der Sonderzoll könnte bis zu 25 % betragen und damit die Absatzzahlen von Importautos massiv beeinflussen. Zu beachten ist zudem, dass die Zölle auch für Vorprodukte erhoben würden, so dass die US-Hersteller von höheren Produktionskosten betroffen wären. Das könnte sich per Saldo negativ auf die Beschäftigtenzahlen am US-Arbeitsmarkt auswirken.
  • Deutschland: Laut ihrem Monatsbericht vom Februar sieht die Deutsche Bundesbank im 1. Halbjahr 2019 nur ein verhaltenes Wachstumstempo in Deutschland. Allerdings würden Anzeichen dafür fehlen, dass die Verlangsamung der BIP-Dynamik in einen Abschwung übergeht. Aufgrund eines weiter robust erwarteten Konsums, stützenden fiskalischen Effekten und des sich abzeichnenden Rebounds in der Automobilindustrie rechnen wir im Verlauf von 2019 wieder mit positiven BIP-Quartalszuwachsraten.
  • EZB: Chefvolkswirt Peter Praet hat angedeutet, dass die Notenbank eine Anpassung ihrer "forward guidance" vornehmen könnte, falls sich die Wirtschaft in der Eurozone schwächer entwickeln sollte als bisher angenommen. Ähnlich hatte sich zuvor auch EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau geäußert, der die Abkühlung der europäischen Wirtschaft zudem als "erheblich" bezeichnete. Als Reaktion auf die Stellungnahmen legten die Kurse u. a. italienischer und portugiesischer Staatsanleihen vor allem im kürzeren Laufzeitenbereich gestern merklich zu. Wir gehen davon aus, dass die EZB weder in diesem noch im nächsten Jahr eine Leitzinserhöhung beschließen wird.

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Der/die Researchanalyst/en, der/die diese Studie erstellt hat/haben, bestätigt/bestätigen, dass die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen exakt die persönliche Meinung des/der Analysten zu dem/den betreffenden Wertpapier/en und Emittenten widerspiegeln und dass kein Teil seiner/ihrer Vergütung in direktem oder indirektem Zusammenhang mit bestimmten in dieser Studie enthaltenen Empfehlungen oder Ansichten stand oder stehen wird.

Für Anleihen, die wir im Rahmen der Analyse untersuchen, verwenden wir einen Relative-Value-Ansatz. Dabei bewerten wir Anleihen anhand von Präferenzen und im Vergleich zu ihrer eigenen Historie. Unsere Handelsempfehlungen haben einen Performancehorizont von zwei bis sechs Monaten. Die Grundlagen unserer Anleihenbewertung sind unter https://research.hsbc.de erläutert. Die Grundlagen der Anleihenbewertung und die Anzahl der in den drei letzten Monaten abgegebenen Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Anleihen ist auf der Webseite https://research.hsbc.de/research/display/veroeffentlichungen/marktanalysen/marktkompass (rechts) aufgeführt.

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