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Notenbank passt Zinserwartungen deutlich nach unten an

Das Federal Open Market Committees (FOMC) der US-Notenbank hat sich gestern deutlich zurückhaltender bezüglich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung gezeigt. Das dokumentieren sowohl das Statement zur Leitzinsentscheidung als auch die aktualisierten Prognosen der US-Währungshüter, die weiterhin "geduldig" bei der Festsetzung der künftigen Fed Funds-Rate sein wollen. Laut Fed-Chef Jerome Powell geben die jüngsten Konjunkturdaten keine Signale hinsichtlich der Richtung des nächsten Zinsschritts. Die Projektionen der FOMC-Mitglieder hinsichtlich des angemessenen geldpolitischen Zinspfades ("dot plots") wurden im Vergleich zur Veröffentlichung vom Dezember 2018 nach unten verschoben. So wird im Median jetzt für 2019 kein Leitzinserhöhungsschritt (zuvor: zwei) mehr unterstellt. Für 2020 und 2021 liegt die Median-Erwartung jetzt auch um zwei Zinsschritte tiefer als noch vor drei Monaten (Grafik 2). Wir rechnen in diesem Jahr nicht mehr mit einer Leitzinserhöhung durch die Fed. 2020 dürfte die Fed Funds-Rate hingegen zweimal um 25 BP gesenkt werden. Die Geschwindigkeit des Abbaus der Zentralbankbilanz soll laut Fed ab Mai halbiert und die Bilanz ab Ende September für eine gewisse Zeit konstant gehalten werden.

Marktreaktion:
Als Reaktion auf die deutlich veränderten Einschätzungen der US-Notenbank zur aktuellen und künftigen Geldpolitik gaben die Renditen 10-jähriger Treasuries von gut 2,60 % zum Handelsbeginn auf knapp 2,53 % spürbar nach. Der Euro zog zum US-Dollar auf Werte deutlich oberhalb von 1,14 USD an (Grafik 2).

Noch keine Artikel 50-Entscheidung auf EU-Gipfel?

Es verdichten sich die Anzeichen, dass auf dem heute beginnenden Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs noch nicht abschließend über den eingereichten Antrag Großbritanniens auf eine Verschiebung des EU-Austrittstermins befunden wird. Die britische Premierministerin Theresa May hatte gestern um eine Verlängerung der Artikel 50-Verhandlungsperiode bis zum 30. Juni gebeten. Ein längerer Aufschub werde u. a. deswegen nicht angestrebt, da es nicht im Interesse der beiden Vertragsparteien sei, dass Großbritannien an den Europawahlen im Mai teilnimmt. Der Antrag auf Verschiebung enthielt indes keinen Lösungsansatz für den Fall, dass der mit der EU ausgehandelte Austrittsdeal auch in einem dritten Anlauf nicht angenommen wird. Nach Ansicht von EU-Ratspräsident Donald Tusk ist eine kurze Verschiebung nur unter der Bedingung möglich, dass das britische Unterhaus den vorliegenden Austrittsvertrag doch noch annimmt.

Marktreaktion:
Das britische Pfund reagierte gestern mit Kursverlusten auf die Meldung, dass der EU-Gipfel diese Woche wohl noch keine Entscheidung in der EU-Austrittsfrage mit sich bringt. Der Euro legte wieder auf Kurse klar über 0,86 GBP zu. In den kommenden Tagen ist hier mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen.

Und sonst?

  • Notenbanken: Sowohl in Großbritannien als auch in Norwegen und der Schweiz entscheiden die jeweiligen Notenbanken heute über das künftige Leitzinsniveau. Während die Bank of England geldpolitisch mit Blick auf die anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der weiteren Prozesse im EU-Austrittsverfahren des Landes vorerst weiter die Füße stillhalten dürfte, hatte die Norges Bank im Januar 2019 eine Anhebung der "Sight Deposit Rate" für die aktuelle Ratssitzung in Aussicht gestellt. Ob diese tatsächlich ausgeliefert wird, ist vor dem Hintergrund der zuletzt schwächeren globalen Wirtschaftsdaten fraglich. Zumindest dürfte der Grundton der norwegischen Währungshüter "dovisher" ausfallen als zuletzt. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird aufgrund des sehr verhaltenen Preisdrucks in der heimischen Volkswirtschaft wohl verbal eher abrüsten und weiter die Notwendigkeit für negative Zinsen und die Bereitschaft betonen, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren.
  • Russische Föderation: Die Zentralbank wird morgen ihren Schlüsselzins voraussichtlich unverändert bei 7,75 % belassen.‎ Der Preisdruck ist gegenwärtig gering, wodurch die Inflation langsamer steigt als von den Währungshütern prognostiziert. Mögliche Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf und robuste Konjunkturdaten erhöhen die Attraktivität russischer Staatsanleihen für Anleger.

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Für Anleihen, die wir im Rahmen der Analyse untersuchen, verwenden wir einen Relative-Value-Ansatz. Dabei bewerten wir Anleihen anhand von Präferenzen und im Vergleich zu ihrer eigenen Historie. Unsere Handelsempfehlungen haben einen Performancehorizont von zwei bis sechs Monaten. Die Grundlagen unserer Anleihenbewertung sind unter https://research.hsbc.de erläutert. Die Grundlagen der Anleihenbewertung und die Anzahl der in den drei letzten Monaten abgegebenen Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Anleihen ist auf der Webseite https://research.hsbc.de/research/display/veroeffentlichungen/marktanalysen/marktkompass (rechts) aufgeführt.

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