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US-Konsum mit hoher Bedeutung für US-Notenbank

Der Start für den US-Einzelhandel in das 2. Quartal hätte besser ausfallen können. Der Aprilrückgang um 0,2 % im Monatsvergleich muss allerdings vor dem Hintergrund des starken Anstiegs um 1,7 % im März gesehen werden. Mit Blick auf den anhaltend hohen Optimismus bei den US-Verbrauchern rechnen wir bei den heute anstehenden Mai-Umsätzen mit einem Zuwachs um 0,5 % gg. Vm., so dass sich letztlich eine Beschleunigung bei den Umsätzen für das 2. Quartal abzeichnet, nachdem es hier im 1. Quartal zu einem kleinen Rückgang gekommen war (Grafik 1). Ob die Stärke des Konsums weiter anhält, dürften die Mai Daten zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan zeigen. Hier rechnen wir zwar mit einem kleinen Rücksetzer von 100,0 auf 96,7 Punkte, was historisch aber immer noch ein hoher Wert wäre.

Marktreaktion:
US-Konjunkturdaten stehen im Vorfeld der FOMC-Sitzung am 19. Juni derzeit mehr im Mittelpunkt denn je, nachdem sich zuletzt zahlreiche Mitglieder des Komitees dahingehend geäußert hatten, dass Zinssenkungen im Falle eines sich weiter eintrübenden Konjunkturbildes schon bald auf die Tagesordnung rücken könnten. Dabei ist der US-Konsum eine wichtige Säule der US-Wirtschaft, was die Bedeutung der heutigen Daten unterstreicht.

Globale Industrieschwäche hält an

Die Industrieproduktion in der Eurozone fiel im Mai um 0,5 % gg. Vm. und verzeichnete damit den dritten Rückgang in Folge. Eine schnelle Trendwende zeichnet sich hier nicht ab. Vielmehr scheint die nun schon seit 2018 anhaltende industrielle Schwäche der Eurozone zunehmend ein weltweites Phänomen zu werden. So fiel der globale Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie im Mai auf 49,8 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Oktober 2012 zurück. Umso länger die Schwäche anhält, desto höher ist die Gefahr, dass es zu einem Übergreifen auf den Dienstleistungssektor kommt, der wesentlich mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Hier ist es in letzter Zeit zwar ebenfalls zu einer Eintrübung gekommen, die Werte liegen aber noch deutlich oberhalb des Schwellenwertes von 50 Punkten (Grafik 2). Heute dürften die Daten zur US-Industrieproduktion im Mittelpunkt stehen. Nachdem es im April zu einem Rückgang von 0,5 % gekommen war, rechnen wir im Mai lediglich mit einem kleinen Rebound.

Marktreaktion:
Die anhaltend schwachen Konjunkturdaten führen weiter zu hoher Nachfrage nach sicheren Rentenpapieren. 10-jährige Staatsanleihen aus Deutschland und USA notierten gestern weiter in Schlagweite zu ihren zyklischen Tiefständen.

Und sonst?

  • Schweiz: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat gestern die Einführung eines neuen fixen Leitzinses von -0,75 % bekanntgegeben, der das bisherige Zielband auf Basis des 3-Monats-Libor (-1,25 % zu -0,25 %) ersetzt. Laut Notenbankchef Thomas Jordan stellt die Umstellung keine Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung dar. Vielmehr war diese technische Umstellung nötig, da der Bestand des Libor über das Ende 2021 hinaus nicht mehr garantiert ist. Generell sehen die Währungshüter den Schweizer Franken weiter als "hoch bewertet" an und betonten auch erneut die Bereitschaft, bei einer zu starken Aufwertung des Franken durch Interventionen gegenzusteuern. Der Schweizer Franken legte in diesem Umfeld leicht zum Euro zu.
  • Großbritannien: In Großbritannien hat der Wahlprozess um das Amt des Parteichefs der britischen "Conservative Party" und damit die Nachfolge von Theresa May begonnen. In der ersten Wahlrunde erhielten mit dem ehemaligen Außenminister Boris Johnson (117) und dem aktuellen Außenminister Jeremy Hunt (43) zwei Befürworter einer Neuverhandlung des zwischen der EU und der britischen Regierung ausgehandelten Austrittvertrags die meisten Stimmen. Die EU hat bisher Nachverhandlungen ausgeschlossen. Das britische Pfund zeigte sich von dem Wahlergebnis unbeeindruckt.
  • Polen: Der Euro bewegte sich jüngst wiederholt in Schlagdistanz zur Unterseite der seit rund einem Jahr vorherrschenden Handelsspanne von 4,25 - 4,35 PLN. Vor allem der gute Konjunkturverlauf mit einem BIP-Plus von 4,7 % gg. Vj. im 1. Quartal bei überschaubarem Preisdruck stützt die polnische Währung. Per Ende 2019 erwarten wir mit 4,10 PLN je EUR nochmals Kursgewinne des Zloty.

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Der/die Researchanalyst/en, der/die diese Studie erstellt hat/haben, bestätigt/bestätigen, dass die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen exakt die persönliche Meinung des/der Analysten zu dem/den betreffenden Wertpapier/en und Emittenten widerspiegeln und dass kein Teil seiner/ihrer Vergütung in direktem oder indirektem Zusammenhang mit bestimmten in dieser Studie enthaltenen Empfehlungen oder Ansichten stand oder stehen wird.

Für Anleihen, die wir im Rahmen der Analyse untersuchen, verwenden wir einen Relative-Value-Ansatz. Dabei bewerten wir Anleihen anhand von Präferenzen und im Vergleich zu ihrer eigenen Historie. Unsere Handelsempfehlungen haben einen Performancehorizont von zwei bis sechs Monaten. Die Grundlagen unserer Anleihenbewertung sind unter https://research.hsbc.de erläutert. Die Grundlagen der Anleihenbewertung und die Anzahl der in den drei letzten Monaten abgegebenen Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Anleihen ist auf der Webseite https://research.hsbc.de/research/display/veroeffentlichungen/marktanalysen/marktkompass (rechts) aufgeführt.

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