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To "QE" or not to "QE�

Das Protokoll der letzten EZB-Sitzung vom 5./6. Juni zeigt, dass in den Augen der EZB die Risiken für die Konjunktur zugenommen haben. Aber auch die niedrigen Inflationserwartungen an den Kapitalmärkten (Grafik 1) bereiten den Währungshütern Kopfzerbrechen. Die Bereitschaft für eine geldpolitische Lockerung wurde seitdem mehrfach von EZB-Ratsmitgliedern unterstrichen. Eine zentrale Frage bleibt, welche Maßnahmen die EZB zur Stimulierung einsetzt. Die EZB-Mitglieder schienen sich Anfang Juni noch nicht festlegen zu wollen. Die Währungshüter betonten, dass sie "needed to be ready and prepared to ease ... by adjusting all of its instruments, as appropriate". Wir gehen davon aus, dass die EZB den Einlagensatz im September und Dezember um jeweils 10 BP reduzieren wird. Allerdings dürfte die Notenbank nur bei einer weiteren deutlichen Verschlechterung des konjunkturellen Ausblicks wieder ihre Netto-Anleihenkäufe aufnehmen.

Marktreaktion:
Die Veröffentlichung des EZB-Protokolls hinterließ an den Kapitalmärkten keine größeren Spuren. Nach den deutlichen Kursgewinnen am Rentenmarkt in den vergangenen Wochen kam es gestern bei 10-jährigen Bundesanleihen erneut zu Gewinnmitnahmen, die sich noch ein wenig fortsetzen könnten. Währenddessen verbleibt der Euro zum US-Dollar in einer großen Seitwärtsbewegung.

Inflationsdruck bleibt insgesamt moderat

In seiner gestrigen Rede vor dem US-Senat betonte Fed-Chef Jerome Powell, dass sich der Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Inflation schon seit zwanzig Jahren abgeschwächt hätte. Die Arbeitslosenquote müsse heute viel tiefer sein als in der Vergangenheit, um eine vergleichbare Inflation zu generieren. Nachdem die Kerninflation in den USA in den letzten vier Monaten lediglich 0,1 % gg. Vm. zugelegt hatte, kam es im Juni zu einem starken Zuwachs um 0,3 % gg. Vm. Hier dürfte es sich um saisonale Schwankungen handeln und die Dynamisierung der Monatsveränderung sollte u.E. nicht als Signal für einen anziehenden Inflationsdruck gewertet werden. In den kommenden Monaten dürfte die Kernrate knapp oberhalb von 2 % verharren (Grafik 2).

Marktreaktion:
Der unerwartete Anstieg der Kerninflation dürfte in unseren Augen keinen nachhaltigen Charakter haben. Auch an den Kapitalmärkten haben die Daten nicht zu einer markanten Neueinschätzung bezüglich potentieller Zinssenkungen durch die US-Notenbank geführt. Die Aussagen von Fed Chef Jerome Powell verdeutlichen aber einmal mehr, dass sich die US-Notenbank auf einem Kurs in Richtung Zinsreduzierung befindet.

Und sonst?

  • Deutschland: Gestern veröffentlichte das statistische Bundesamt die endgültigen Inflationsdaten für den Monat Juni. Während die auf nationaler Basis erhobenen Daten bestätigt wurden (+0,3 % gg. Vm. bzw. 1,6 % gg. Vj.), kam es bei den auf europäischer Basis berechneten Preisdaten zu einer deutlichen Aufwärtsrevision von 0,1 % auf 0,3% gg. Vm., was leichten Aufwärtsdruck auf die am 17. Juli anstehenden Preisdaten für die gesamte Eurozone generieren könnte.
  • China: Heute Morgen werden die Export- und Importzahlen für den Monat Juni veröffentlicht. Die Diskussionen über die Ausweitung von US-Zöllen auf Importe aus China könnte zu Vorzieheffekten geführt haben, insgesamt rechnen wir aber mit einer verhaltenen Exportaktivität. Die Jahresrate dürfte von 1,1% auf -0,6 % fallen.

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Der/die Researchanalyst/en, der/die diese Studie erstellt hat/haben, bestätigt/bestätigen, dass die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen exakt die persönliche Meinung des/der Analysten zu dem/den betreffenden Wertpapier/en und Emittenten widerspiegeln und dass kein Teil seiner/ihrer Vergütung in direktem oder indirektem Zusammenhang mit bestimmten in dieser Studie enthaltenen Empfehlungen oder Ansichten stand oder stehen wird.

Für Anleihen, die wir im Rahmen der Analyse untersuchen, verwenden wir einen Relative-Value-Ansatz. Dabei bewerten wir Anleihen anhand von Präferenzen und im Vergleich zu ihrer eigenen Historie. Unsere Handelsempfehlungen haben einen Performancehorizont von zwei bis sechs Monaten. Die Grundlagen unserer Anleihenbewertung sind unter https://research.hsbc.de erläutert. Die Grundlagen der Anleihenbewertung und die Anzahl der in den drei letzten Monaten abgegebenen Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Anleihen ist auf der Webseite https://research.hsbc.de/research/display/veroeffentlichungen/marktanalysen/marktkompass (rechts) aufgeführt.

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